Call for Paper: Die Klimakatastrophe aus libertärer Perspektive

Für die Erde gilt Alarmstufe Rot . . . Quelle: pxhere.com, CC0-Lizenz

Liebe Freundinnen und Freunde,

die Klimakatastrophe – oft auch als Klimakrise, Klima-Umbruch oder Klimakollaps bezeichnet – ist unbestreitbar eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit. Ihre Auswirkungen bedrohen die Lebensgrundlagen weltweit und stellen bestehende soziale, politische und ökonomische Systeme fundamental in Frage.

Die Zeitschrift espero (www.edition-espero.de) widmet dieser Thematik ein Themenspecial und lädt dazu ein, die Klimakatastrophe aus dezidiert libertären bzw. anarchistischen Blickwinkeln zu beleuchten – Perspektiven, die in der Mainstream-Debatte oft zu kurz kommen.

Während der öffentliche Diskurs von staatszentrierten Regulierungsfantasien oder den Versprechungen eines „grünen“ Kapitalismus geprägt ist, fragen wir: Können zentrale Planung oder marktgetriebene Ansätze eine Krise lösen, deren Wurzeln tief in Herrschaftsstrukturen, kapitalistischer Logik und der Entfremdung von der Natur liegen?

Wir möchten an die oft vergessene Tradition des Ökoanarchismus und verwandter libertärer Strömungen anknüpfen (von Reclus, Kropotkin über Bookchin bis zu Le Guin). Diese Denker:innen haben die untrennbare Verbindung von sozialer Herrschaft und Naturzerstörung aufgezeigt und Visionen einer dezentralen, selbstorganisierten und naturverbundenen Gesellschaft entwickelt.

Wir laden Euch herzlich ein, Beiträge für dieses Themenspecial einzureichen! Wir suchen bewusst nach vielfältigen Stimmen und Perspektiven, egal ob Ihr aus dem akademischen Umfeld kommt oder in aktivistischen Zusammenhängen tätig seid. Eure Erfahrungen, Analysen und Visionen sind ge­fragt!

Das von Christian Siefkes betreute Themenspecial wird in espero, Nr. 13 (Juli 2026), erscheinen und maximal fünf Beiträge umfassen (eine frühe Anmeldung vergrößert die Chance der Berücksichtigung Eurer Einsendungen!)

Mögliche Themenfelder könnten beispielsweise sein:

  • Libertäre bzw. anarchistische Kritik an staatlichen Klimapolitiken (CO2-Steuern, Emissionshandel, internationale Abkommen etc.).
  • Analyse und Kritik des „Greenwashing“ und des „grünen Kapitalismus“.
  • Potenziale dezentraler, selbstorganisierter und gemeinschaftsbasierter An­sätze (z. B. Kommunalismus, Ökodörfer, Urban Gardening, solidarische Landwirtschaft, Commons).
  • Die Rolle von Technologie: Kritik zentralistischer Großtechnologien vs. Förderung angepasster, dezentraler Technologien.
  • Strategien direkter Aktion und zivilen Ungehorsams im Klimakontext aus anarchistischer Sicht.
  • Verbindungen zwischen Klimakatastrophe, Kolonialismus, Patriarchat und anderen Herrschaftsformen.
  • Historische Perspektiven: Was lehrt uns die Geschichte des Ökoanarchismus und der libertären Ökologiebewegung?
  • Visionen einer postkapitalistischen, staatenlosen und ökologisch nachhaltigen Gesellschaft, wobei die Schwierigkeiten berücksichtigt werden, mit denen jede vom menschengemachten Klimawandel betroffene Ge­sellschaft konfrontiert sein wird.

Einsendungen und Termine:

  1. Wir bitten Euch um die Einreichung einer Kurzskizze Eures geplanten Beitrages (maximal 300 Wörter), die Eure zentrale These und Argumentation umreißt, bis zum 1. November 2025.
  1. Die endgültigen Beiträge sollten dann bis zum 31. Januar 2026 bei uns eingehen. Der gewünschte Umfang liegt zwischen 25.000 und 100.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen).
  1. Beiträge können auf Deutsch und Englisch (und nach Rücksprache mit der Redaktion ggf. auch auf Spanisch) verfasst werden.
  1. Für die formale Gestaltung Eurer Beiträge empfehlen wir die „Handreichung für unsere Autor:innen“ (online).
  1. Bitte sendet Eure Skizzen und später die fertigen Beiträge per E-Mail an unsere Redak­tionsadresse:
  1. Wir sind gespannt auf Eure Ideen und freuen uns auf vielfältige, kritische und inspirierende Beiträge, die neue Perspektiven auf die Klimakatastrophe eröffnen und den libertären Diskurs bereichern!

Christian Siefkes (Gastherausgeber) und die espero-Redaktion